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Schlaganfall im Hirnstamm: Körperliche Folgen und Prognose

medizinische Illustration des Hirnstamms

Ein Schlaganfall im Hirnstamm ist eine besondere Form von Schlaganfall. Natürlich sind alle Schlaganfälle einzigartig, da jeder Schlaganfall anders ist. Ein Schlaganfall im Hirnstamm unterscheidet sich jedoch besonders in Bezug auf die Symptome und die Genesung.

Der Hirnstamm hat einen Durchmesser von nur etwa 1,3 cm. Aufgrund dieser geringen Größe sind die meisten Schlaganfälle im Hirnstamm relativ klein, können jedoch signifikante Auswirkungen haben. Glücklicherweise hilft eine intensive Rehabilitation oft, die frühere Funktionsweise wiederzuerlangen.

In diesem Artikel werden die Symptome, die sekundären Folgen und der Rehabilitationsprozess für die Genesung nach einem Schlaganfall im Hirnstamm beschrieben. Am Ende werden wir Ihnen einige Geschichten von echten Patienten mit einem Schlaganfall im Hirnstamm vorstellen, um zu veranschaulichen, wie andere die Herausforderungen dieser Art von Schlaganfall gemeistert haben.

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Wie ein Schlaganfall den Hirnstamm beeinflusst

Ein Schlaganfall im Hirnstamm tritt auf, wenn der Blutfluss entweder durch eine verstopfte Arterie (ischämischer Schlaganfall) oder eine geplatzte Arterie (hämorrhagischer Schlaganfall) blockiert wird. Dies ist ein medizinischer Notfall, weil die Gehirnzellen aufgrund eines Mangels an sauerstoffreichem Blut absterben.

Ein Schlaganfall kann in jedem der drei Hauptbereiche des Hirnstamms auftreten: dem Mittelhirn, der Pons und der Medulla. Darüber hinaus beeinträchtigen einige Schlaganfälle, die den Hirnstamm verletzen, zudem das Kleinhirn (das sich hinter dem oberen Teil des Hirnstamms befindet) oder andere umliegende Bereiche.

Wenn ein Schlaganfall im Hirnstamm auftritt, kann er atypische Symptome wie Schwindel und Übelkeit verursachen. Diese unterscheiden sich deutlich von den typischen Symptomen eines Schlaganfalls wie etwa eine undeutliche Sprache und Armschwäche. Infolgedessen kann ein Schlaganfall im Hirnstamm schwierig zu diagnostizieren sein.

Wie bei allen Schlaganfällen ist dieses Ereignis ein medizinischer Notfall, der eine schnelle Behandlung zur Rettung des Lebens der betroffenen Person erfordert.

Nach der Behandlung eines Schlaganfalls muss der Patient daran arbeiten, die auftretenden sekundären Folgen zu überwinden. Wie wir als nächstes besprechen werden, variieren diese Folgen stark von Patient zu Patient.

Potenzielle sekundäre Folgen eines Schlaganfalls im Hirnstamm

Der Hirnstamm spielt eine wichtige Rolle bei grundlegenden Körperfunktionen wie Atmung, Bewusstsein und Herzfrequenz. Daher können die sekundären Folgen eines Schlaganfalls im Hirnstamm diese und andere Funktionen beeinflussen.

Hier sind einige der möglichen sekundären Folgen eines Schlaganfalls im Hirnstamm:

  • Koma. Da der Hirnstamm die Bewusstseinszustände steuert, kann ein Schlaganfall im Hirnstamm zu einem Koma führen.
  • Locked-in-Syndrom. Diese schwere Erkrankung tritt auf, wenn eine Person mit Ausnahme der Augen vollständig gelähmt ist.
  • Atembeschwerden. Die Atmung wird durch die Medulla gesteuert, die ein Teil des Hirnstamms ist. Ein Schlaganfall in diesem Bereich kann die Atmungsfähigkeit beeinträchtigen.
  • Dysphagie. Schluckstörungen (eine Erkrankung, die Dysphagie genannt wird) sind nach einem Schlaganfall im Hirnstamm häufig. Eine Studie ergab, dass 81 % aller Patienten mit einem Schlaganfall im Hirnstamm in den ersten 10 bis 75 Tagen nach dem Schlaganfall eine Dysphagie aufwiesen. Glücklicherweise zeigten Nachbeobachtungen, dass viele Patienten ihre Schluckfähigkeit wiedererlangten.
  • Sehprobleme. Sehstörungen wie Nystagmus (sich wiederholende, unkontrollierte Augenbewegungen) können nach einem Schlaganfall im Hirnstamm auftreten.
  • Ataxie. Ataxie bezieht sich auf Schwierigkeiten der willkürlichen motorischen Kontrolle, die häufig zu einem schlechten Gleichgewicht und unkoordinierten Bewegungen der Gliedmaßen führen. Ataxie ist eine Erkrankung, die spezifisch für Schäden des Kleinhirns und der umliegenden Bereiche wie des Hirnstamms ist.
  • Wallenberg-Syndrom. Diese seltene Erkrankung ist eine Ataxie auf derselben Seite des Körpers wie die Verletzung.
  • Empfindungsverlust. Dies kann einen Geruchs- und Geschmacksverlust, Schwierigkeiten beim Fühlen der Temperatur, ein Taubheitsgefühl und andere sensorische Störungen umfassen.

Als Nächstes sehen wir uns die Prognose für einen Schlaganfall im Hirnstamm an.

Ausblick und Prognose

Jeder Schlaganfall ist anders, und jeder Patient erlebt unterschiedliche sekundäre Folgen.

So können einige Menschen Schwierigkeiten beim Riechen und Schmecken haben, während andere ein Beatmungsgerät zur Unterstützung der Atmung benötigen. Es hängt alles von einzigartigen Faktoren ab, die für jeden einzelnen Patienten spezifisch sind.

Glücklicherweise können die Patienten, wenn sie an einer langfristigen Rehabilitation teilnehmen, ihre Funktionsfähigkeit häufig deutlich zurückerlangen.

Hier ist, was Dr. Richard Harvey, Clinical Chair des Brain Innovation Center am Shirley Ryan Ability Lab, über die Genesung nach einem Schlaganfall im Hirnstamm gesagt hat:

Der typische Schlaganfall im Hirnstamm ist kein massiver Schlaganfall … Obwohl man es als einen massiven Schlaganfall betrachten könnte, wenn ein Patient an dem Locked-in-Syndrom leidet, obwohl die Verletzung selbst sehr klein ist.

Schlaganfälle im Hirnstamm zeigen jedoch überwiegend eine erhebliche Verbesserung … mit der richtigen Rehabilitation natürlich.

– Dr. Richard Harvey

Das bedeutet nicht, dass jeder Patient erhebliche Verbesserungen zeigen wird, aber es bedeutet, dass es Hoffnung gibt.

Als Nächstes erfahren Sie mehr über den Rehabilitationsprozess nach einem Schlaganfall im Hirnstamm.

Rehabilitation von Patienten mit einem Schlaganfall im Hirnstamm

Nach dem ersten Aufenthalt im Krankenhaus verbringen viele Schlaganfallpatienten Zeit in der stationären Rehabilitation, wo sie täglich an einer 3- bis 4-stündigen Therapie teilnehmen. Während dieser Zeit arbeitet ein Team von Therapeuten (einschließlich Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden) mit den Patienten zusammen, um verlorene Funktionen wiederzuerlangen.

Wenn ein Schlaganfallpatient beispielsweise mit einem Verlust von Empfindungen (wie Taubheitsgefühl oder Geruchs- und Geschmacksstörungen) zu kämpfen hat, kann ein Ergotherapeut durch eine sensorische Umschulung helfen. Diese Therapie hilft, das Gehirn zur Verarbeitung von Empfindungen neu zu trainieren.

Wenn der Patient an dem Locked-in-Syndrom leidet, können Therapeuten dem Patienten bei der Durchführung passiver Bewegungsübungen zur Stimulierung des Gehirns und Förderung der Genesung helfen.

Eines der übergeordneten Ziele während der Rehabilitation ist es, die Neuroplastizität zu fördern: die Fähigkeit des Gehirns, sich selbst neu zu vernetzen. Obwohl tote Gehirnbereiche nicht wiederbelebt werden können, ermöglicht die Neuroplastizität neuen Bereiche des Gehirns, ausgefallene Funktionen zu übernehmen.

Da die Neuroplastizität durch ein intensives Training aktiviert wird, setzt der Genesungsprozess harte Arbeit und Beharrlichkeit voraus. Dazu gehört das regelmäßige Üben der Fähigkeiten, die Sie verbessern möchten.

Das bedeutet, dass die Schlaganfallpatienten nach der Entlassung aus der stationären Therapie ihre Reha unbedingt sowohl zu Hause als auch in der ambulanten Therapie fortsetzen sollten. Um motiviert und am Ball zu bleiben, können die Patienten interaktive Neurorehabilitationsgeräte in Erwägung ziehen, die zu Hause eingesetzt werden können.

Manchmal hilft es, aus den Erfahrungen anderer Patienten mit einem Schlaganfall im Hirnstamm zu lernen, um zu sehen, welche Beeinträchtigungen sie erlebt und wie sie sich erholt haben. Die Genesung ist sehr individuell, vergessen Sie dies also nicht, wenn Sie die Geschichten anderer Patienten lesen.

Geschichten von Patienten mit einem Schlaganfall im Hirnstamm

Flint Rehab hatte das Vergnügen, mit verschiedenen Patienten mit einem Schlaganfall im Hirnstamm zu sprechen, um mehr über deren Erfahrungen zu lernen, und wir möchten Ihnen hier ein paar dieser Geschichten vorstellen.

Zunächst möchten wir von Becky erzählen, die Ende November 2007 einen Schlaganfall im Hirnstamm erlitten hat.

Anfangs war sie vom Hals abwärts gelähmt, und jetzt ist sie wieder in der Lage, ihren Körper zu bewegen. Nicht alle Patienten können sich wie Becky vom Locked-in-Syndrom erholen, aber Beckys Geschichte zeigt, dass eine Genesung möglich ist. Sehen Sie sich ihre Geschichte in dem folgenden Video an:

Als Nächstes sprachen wir mit einem Schlaganfallpatienten namens Luke, der im Juli 2019 einen Schlaganfall im Hirnstamm erlitt. Er hat uns Folgendes mitgeteilt:

Ich lag sechs Tage lang im Koma. Einige Leute dachten, ich würde nie wieder aufwachen. Und ich würde es aller Wahrscheinlichkeit nach nicht. Ich wachte jedoch auf, und seitdem erhole ich mich.

Ich musste alles neu lernen. Wie man geht, wie man spricht, wie man isst, grundlegende menschliche Funktionen. Ich war zwei Monate lang an einen Rollstuhl gefesselt und lernte mit einer Knöchel-Fuß-Orthese an meinem linken Bein wieder zu gehen, wobei die Orthese tatsächlich vor ein paar Monaten entfernt wurde.

Im September 2019 wurde ich aus dem Krankenhaus entlassen und mache seitdem eine ambulante Therapie. Im Moment habe ich einen Job, und meine Ärzte haben mir erlaubt, an einigen Online-Hochschulkursen teilzunehmen, um mich auf meine Rückkehr zur Uni vorzubereiten.

Meine Reha bestand aus drei verschiedenen Therapien: eine Physio-, Ergo- und Sprachtherapie. Ich mache jetzt seit über einem Jahr eine Reha, und sie begann ein paar Tage, nachdem ich aus dem Krankenhaus nach Hause kam.

Ich habe aktuell alle Therapien absolviert und eine intensive neuropsychologische Bewertung durchgemacht (bei der ich nicht so gut abgeschnitten habe), die mir den Zugang zur Uni erlaubt hätte, es jedoch nicht tat.

Alles in allem nehme ich seit über einem Jahr an einer Reha teil, da die Heilung von Hirnstammverletzungen (meinem Wissen nach) eine Weile dauert.

Ich wollte meine Geschichte erzählen, damit andere Menschen davon lernen können und nie die Hoffnung aufgeben, denn wenn man die Hoffnung aufgibt, hält man sich nur vom Wachstum ab.

– Luke Caputo, 4. Dezember 2020

Luke beabsichtigt erneut, den Unizugang zu schaffen, und hat insgesamt in nur einem Jahr nach dem Schlaganfall erhebliche Fortschritte erzielt.

Wir hoffen, dass diese Genesungsberichte dazu beitragen, Ihnen deutlich zu machen, wie andere Patienten von einem Schlaganfall im Hirnstamm betroffen waren und wie eine intensive Rehabilitation bei der Genesung hilft.

Nicht alle Schlaganfallpatienten werden dieselben Ergebnisse erleben, aber es ist wichtig, es zu versuchen. Wenn Sie daran glauben, dass eine Genesung möglich ist, werden Sie motiviert sein, aktiv zu werden, und können so Ergebnisse erzielen.

Beharrlichkeit auf dem Weg zur Genesung

Der Weg zur Genesung sieht für jeden Patienten anders aus. Glücklicherweise können die Patienten durch eine intensive Rehabilitation ihre verlorenen Funktionen zumindest teilweise wiedererlangen.

Durch ausreichend harte Arbeit können die Patienten wie Becky und Luke oft eine bemerkenswerte Genesung erreichen.

Wir hoffen, dass dieser Artikel gezeigt hat, wie ein Schlaganfall den Hirnstamm beeinflusst und was Sie auf dem Weg zur Genesung erwarten können.

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